Samstag, 21 Oktober 2017

Unsere  Schützengesellschaft in den Jahren 1827 - 1946


Chronologie der Ereignisse

1828

Die Schützengesellschaft beschließt, den sog. „Aufwärtern - den Bierzapfern und Kellnern auf dem Schützenfest - Beitragsfreiheit zu gewähren. Eberhard Didam leiht dem Schützenverein „zur Bestreitung der Kosten für die Fahne“ 8 Louisdor (á 5 Taler 21 Silbergroschen 6 Pfennige). Auf dem Schützenfest werden nebst 5 Taler für 15 „Einlaß-Karten“ 2 Taler 8 Silbergroschen als „Strafgelder“ kassiert. Außer G. Kleffner aus Altastenberg nimmt ein zweiter „Peijas“ an dem Schützenfest teil.

1830

Für 2 Taler  1 Silbergroschen 7 Pfennige wird der „Rock des Peijas“ hergestellt. Die hierdurch entstehenden Kosten können fast ganz durch die Einnahmen von „Strafgeldern“ und durch die Gebühren „Für mitgebrachte Frauenzimmer“ gedeckt werden.

1838

Der Schützenverein Berleburg wird gegründet. Das erste Berleburger Schützenfest wird in enger Anlehnung an die Schützenfeste im kurkölnischen Sauerland konzipiert. Insbesondere gilt – noch heute – die Schützengesellschaft Oberkirchen als der „Patenverein“ des Berleburger Schützenvereins. Die enge Kooperation schon zur Zeit der Gründung begründet eine Nähe zwischen den beiden Vereinen in Berleburg und Oberkirchen, die für Städte und Gemeinden diesseits und jenseits des Rothaarkamms – bis auf den heutigen Tag - eher untypisch ist. 

1847

Hungersnot in Oberkirchen: „Die (von der preußischen Regierung) für das hiesige Amt bewilligten 100 Scheffel Roggen können zur Linderung der Noth nur sehr wenig beitragen“, bemängeln die Oberkirchener Gemeinde-Verordneten, zumal auf die Kirchspielsgemeinde Oberkirchen nur 40 Scheffel entfallen sollen.
Von 1847-1850 wird „die hiesige Landstraße“ gebaut, weiß die Oberkirchener Schulchronik zu berichten.

1859

Das Schützenfest fällt aus „wegen Mobilmachung“ (Krieg in Italien). In Vorwald und Westfeld – hier auch noch 1861 – bricht die Pockenkrankheit aus.

1867

Die Brauerei Ernst Mergel in Oberkirchen liefert von 1867 bis 1885 das Bier für das Oberkirchener Schützenfest.

1874

Am 25. Februar wird in Westfeld die Schützenbruderschaft St. Blasius gegründet. Viele der insgesamt 105 Mitglieder der Westfelder Bruderschaft im Jahre 1874 sind bis dahin in der Schützengesellschaft Oberkirchen eingeschrieben gewesen. Sechs Westfelder Bürger schreiben an den Landrat in Meschede:
 „Bitte der Gemeinde Westfeld um Erlaubnis zur Gründung eines Schützenfestes hierselbst"
Die große Mehrzahl hiesiger Männer und Jünglinge interessiert sich sehr für die Gründung eines Schützenfestes hierselbst. Bei einer im Januar des Jahres abgehaltenen Versammlung erklärten sich schon über 60 Mann zur Teilnahme bereit.
Bisher waren über 50 männliche Personen von hier Mitglieder der Oberkircher Schützengesellschaft. In Oberkirchen ist der Zudrang zu dem Fest bekanntlich sehr groß. Den Einwohnern von Westfeld ist es aber sehr unbequem, an den beiden Schützenfesttagen mehrmals täglich nach Oberkirchen zu gehen und ist ihre Teilnahme an dem Feste daselbst mit doppelten, ja dreifachen Kosten verbunden, wenn sie nicht unbillige Ansprüche an die Gastfreundschaft der Oberkircher Einwohner machen wollen.
Da das Zurückkommen der hiesigen Teilnehmer am dortigen Feste am Abende meist sehr spät erfolgt, so ist es auch in sittlicher Beziehung zu wünschen, daß hier ein eigenes Schützenfest und zwar auch gleichzeitig mit dem Oberkircher stattfinde, damit die jungen Leute dabei unter Aufsicht ihrer Eltern und Vorgesetzten stehen.
Die Gründung eines solchen Festes ist bei einer Einwohnerzahl von 500 Personen gesichert.

 

Dorfansicht Oberkirchen, vor 1885. Links das 1881 errichtete Zeltgerüst

1890

„In dieser Nacht (vom 24. auf den 25. November) stellte sich nach langem Regen eine so riesige Wasserflut ein, wie sie keiner der jetzt Lebenden hier bereits erlebt hat. Leider hat das Wasser viel Schaden an Brücken, Häusern, Ufern und Gebäuden verursacht.“ (Schulchronik)   

1892

Heinrich Feldmann, der Vater des späteren Vorsitzenden der Schützengesellschaft Wilhelm Feldmann, verpachtet der Schützengesellschaft „zur Anlage eines stehenden Schützenzeltes den bis jetzt von derselben pachtweise benutzten Schützenhof“ sowie einen 4m breiten Streifen, „um einen von der Dorfstraße nach diesem Schützenhofe führenden (...) Weg anlegen zu können“.

1904

Das Oberkirchener Tambourkorps wird gegründet. Die Gründer sind: Franz Himmelreich, Heinrich Klauke, Anton Klauke, Josef Feldmann Hömberg, Wilhelm Feldmann-Hömberg, Josef Himmelreich, Josef Hermes und Hermann Gilsbach.
Seit dem 19. August steht den Einwohnern von Oberkirchen eine öffentliche Fernsprechleitung zur Verfügung.

1914

Die Krämersche Kapelle aus Schmallenberg wird – wie bis dahin üblich – am 1. August mit einem Leiterwagen zum Schützenfest abgeholt. Auf dem Wege nach Oberkirchen, in Gleidorf, erfahren die Musiker von der Mobilmachung – und kehren unverrichteterdinge nach Schmallenberg zurück.

1920

Nachdem die Nordenauer Bürger annähernd 100 Jahre lang in Oberkirchen Schützenfest gefeiert haben, gründen 38 Männer im Gasthof Gnacke die Schützenbruderschaft St. Hubertus Nordenau und feiern noch im gleichen Jahr in einem geliehenen Lakenzelt ihr erstes Schützenfest auf dem Schloot. Im darauffolgenden Jahr wird der Oberkirchener Bauunternehmer Franz Mergheim mit den Planungsarbeiten für den Bau einer Schützenhalle in Nordenau beauftragt.

1925

Von Bürgern der Ortschaften Obersorpe, Mittelsorpe und Rehsiepen wird die St. Joseph-Schützenbruderschaft Sorpe gegründet. Nach dieser 4. Abspaltung innerhalb von 50 Jahren (zuvor in Westfeld, Nordenau und Holthausen) rekrutiert sich der Stamm der Mitglieder der Schützengesellschaft Oberkirchen im Wesentlichen aus den Ortschaften Niedersorpe, Winkhausen, Almert, Oberkirchen, Wolfskuhle, Vorwald, Inderlenne und Lengenbeck.

1927

Die Schützengesellschaft Oberkirchen wird 100 Jahre alt. Die Zeitschrift „Der Sauerländer“ berichtet:
„Oberkirchen, 8.Aug. Als strahlendstes und schönstes im Kranze der diesjährigen Schützenfeste des Sauerlandes, zugleich als die erhabene Krönung des Schützenfest-Sommers 1927, trat am vergangenen Sonntag das 100jährige Stiftungsfest des Schützenvereins Oberkirchen in den ewigen Wechsel der Erscheinungen. Neben der Schützenhalle war ein zweites Zelt aufgeschlagen, zwei Kapellen konzertierten, die bekannte und beliebte Krämersche Kapelle aus Schmallenberg, deren Kapellmeister Franz Krämer beim 100. Schützenfest zum 50. Male in Oberkirchen spielte und aus diesem Anlass vom Jubelverein eine Medaille erhielt und die Kapelle Oberkirchen.

1945/46

Gemäß Artikel 3 des Gesetzes Nr. 8 („Ausschaltung und Verbot der militärischen Ausbildung“) des Alliierten Kontrollrates wird auch die Schützengesellschaft Oberkirchen verboten und aufgelöst. Schützenvereine gelten den Alliierten generell als Vereine, „welche das Ziel haben, die deutschen militärischen Traditionen aufrecht zu erhalten“. Von 1940 bis einschließlich 1946 werden in Oberkirchen deshalb keine offiziellen Schützenfeste gefeiert: wohl aber findet sich im Spätsommer 1945 eine kleine Schar zu einem „inoffiziellen“ Schützenfest im Hohen Knochen (Schütten Jagdhütte) zusammen. Im Jahr darauf, 1946, ist der Kreis der „Unverbesserlichen“ bereits viel größer: mehr oder weniger spontan wird am „Schützenfestsonntag“ auf Figgen „Appelhof“ ein kleines Schützenfest gefeiert.



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